WDVS Berater

Wärmedämmverbundsysteme sind ebenso beliebte wie bewährte Systeme, um Fassaden von Neu- und Altbauten effizient zu dämmen. Die Verbundsysteme zur Dämmung sind die wichtigste Alternative zu einer vorgehängten Fassade. Bei der Wärmedämmung geht es nicht nur ums Einsparen von Kosten: Gerade in Zeiten, in denen Klimaschutz zu den zentralen gesellschaftlichen Fragen gehört, ist die Reduktion des Energieverbrauchs auch ein wichtiger Ansatzpunkt, um etwas für die Umwelt zu tun. In unserem umfassenden Ratgeber rund um WDV-Systeme erklären wir Ihnen alles, was Sie wissen müssen – von den Vorteilen bis hin zu den notwendigen Bestandteilen und Materialien (Dämmplatten, alternative und ökologische Dämmstoffe, Dübel etc.) und dem Aufbau eines Wärmedämm-Verbundsystems (WDVS).

Welche Vorteile hat ein WDVS
Wirkung eines WDVS
Systemaufbau eines WDVS
Amortisation eines WDVS
Aufbau eines WDVS
Welches Material wird für ein WDVS genutzt
Alternative Baustoffe zum WDVS Standard
Dämmziegel
WDVS Mineralwolle
Kerndämmung
Vakuumdämmplatte
Algenentferner Fassade

WDVS – Bedeutung

Was genau aber ist nun eigentlich ein WDVS? Wann wird es eingesetzt, und wozu dient es? Im Prinzip ist das schnell erklärt.
Wie schon der Name verrät, dient es der Wärmedämmung – genauer gesagt: der Wärmedämmung von Außenfassaden. WDVS kommen sowohl zur Dämmung der Fassaden von Neubauten als auch zur nachträglichen Dämmung von Bestandsfassaden zum Einsatz. Wärmedämmverbundsysteme sind mehrschichtige Konstruktionen, die seit Mitte der 1960er Jahre zum Dämmen von Gebäudefassaden eingesetzt werden. Sie bestehen im Wesentlichen aus vier Schichten:

  • der Befestigungsart (Schienensystem, Klebung und/oder Dübel),
  • dem Dämmstoff,
  • der Putzträgerschicht (Armierungsschicht, Unterputz) sowie
  • der Oberflächenschicht (Außenputz bzw. Flachverblender).

Zu unterscheiden ist das WDV-System insbesondere von der vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF). Die VHF verfügt über eine charakteristische Luftschicht zwischen der Außenfassade, die vor Schlagregen schützen soll, und den weiteren Schichten der Fassade. Diese Luftschicht dient dem besseren Abtrocknen von Kondenswasser und damit der Vorbeugung von Schimmel- und Algenbildung.
Als alternative Begriffe für das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) hört man gelegentlich auch „Vollwärmschutz“. Das ist technisch zwar nicht ganz falsch, aber mindestens unpräzise, da auch eine VHF ein Vollwärmeschutz ist, aber aus den genannten Gründen von einem WDVS zu unterscheiden ist. Zudem gehören zu einem Vollwärmeschutz (und einer entsprechenden Sanierung) noch die Komponenten Perimeterdämmung und Dachdämmung dazu.
Gelegentlich hört man auch den Begriff „Thermohaut“ als Synonym für ein WDVS; auch das ist jedoch nur eine umgangssprachliche Bezeichnung.

Welche Vorteile hat ein WDVS

Altbauten sind schön - aber oft auch kostenintensiv, wenn es um Heizkosten geht. Und auch bei Neubauten ist es natürlich sinnvoll, von Anfang an auf gute Wärmedämmung zu setzen. Genau dafür ist ein Wärmedämmverbundsystem gedacht.

Durch die Wärmedämmung an der Fassade wird der Verlust der Heizenergie drastisch reduziert. Der Grund: Viel weniger Wärme dringt von innen nach außen. Durch den geringeren Heizenergiebedarf tun Sie zugleich der Umwelt etwas Gutes, da sie dazu beitragen die CO2-Emissionen nachhaltig zu senken. Zu den Optionen bei Dämmstoffen, zur Dämmung bzw. Fassadendämmung sowie zum energiesparenden Sanieren kann man sich auch auf der Energieheld-Website (Energieheld.de) informieren. Oftmals können Sie für eine Sanierung Ihres Altbaus sogar eine staatliche Förderung beantragen. Auch Beratung zum Thema Förderung finden Sie dort.

Durch ein WDVS wird die Bausubstanz nicht angegriffen, sondern langfristig erhalten, da sich durch den speziellen Aufbau des Wärmedämmverbundsystems keine Risse in der tragenden Wand bilden können. Die Kreativität bei der Gestaltung der Fassade bleibt dabei erhalten, da die verschiedensten Oberflächenbeschichtungen auf einem WDVS angebracht werden können. Das Spektrum reicht von den verschiedensten Flachverblendern bis hin zur individuellen, farblichen Gestaltung von Putzflächen.

Und auch für die Lebensqualität im Wohnraum ist ein WDVS vorteilhaft. Zum einen ergibt sich daraus bei Neubauteneine höhere Wohn- bzw. Nutzfläche, da bei gleichen Außenmaßen dünnere Wände gebaut werden können. Zum anderen wirkt sich ein Wärmedämmverbundsystem auch positiv auf das Raumklima aus. Dank der höheren Oberflächentemperaturen an der Innenwand kommt es nicht zu Tauwasserausfall und in der Folge auch nicht zu Schimmelbildung – auch ohne Hinterlüftungsspalt wie bei einer VHF.
Dabei braucht man sich um die Sicherheit keine Sorgen zu machen. Dämmmaterial wie Mineralwolle (z.B. Multipor-Platten) und EPS-Dämmplatten sind auf ihre Sicherheit und Brennbarkeit geprüft. Alle eingesetzten Materialien haben mindestens die Baustoffklasse B1 („schwer entflammbar“).


Und hier noch einmal die Vorteile des WDVS im Überblick:

  • weniger Energiekosten
  • umweltschonend dank starker Reduzierung von CO2-Emissionen
  • keine Rissbildung, langfristige Bausubstanzerhaltung
  • höhere Nutzfläche an Wohnraum dank dünnerer Außenwände
  • besseres Raumklima
  • vielseitige und individuelle Fassadengestaltung möglich
Insgesamt ist das Wärmedämmverbundsystem die ökonomisch attraktivste Form der Wärmedämmung an der Fassade – sowohl bei Neu- als auch bei Altbauten.

Wirkung eines WDVS

Bei einem WDVS wird das Gemäuer des Gebäudes komplett mit Dämmstoff bedeckt. Dies bewirkt, dass weniger Wärme von innen abfließen kann. Das wiederum führt zu einer Reduktion der Energiekosten.

Zwar ist eine Wärmedämmung der Räume natürlich auch von innen möglich; dies führt jedoch nicht nur zu einer Reduktion der Wohnfläche, die auf die Gesamtheit eines Hauses durchaus etwas ausmachen kann – die Dämmung von innen ist auch deutlich weniger effizient. Die Räume bleiben bei Einsatz eines Vollwärmeschutzes von außen einfach wärmer als bei der Dämmung von innen.

Weiterhin – wie schon erwähnt – kann das WDVS auch Schimmelbildung verhindern und sichert ein gesundes Raumklima.

Hervorzuheben ist zudem, dass das WDVS auch die Sonneneinstrahlung von außen abschirmt. Das bedeutet, dass es auch im Hochsommer im Haus angenehm kühl bleibt, da die Sonnenenergie nur durch die Fenster eindringen kann. Auch im Sommer mehr Möglichkeiten zur Kontrolle Temperatur im Gebäudeinnern.

Systemaufbau eines WDVS

Wie bereits angedeutet, besteht ein Wärmedämmverbundsystem aus mehreren Komponenten, die miteinander verbunden und an der Außenwand des Hauses montiert werden. Kernstück des Aufbaus sind die Dämmplatten. Sie werden entweder direkt auf die Außenwandgeklebt und/oder gedübelt. Die Befestigungsart ist vor allem vom Untergrund abhängig. Anschließend folgt die Unterputzschicht, in die ein Glasfasergewebe eingelegt wird, dann folgt der Außenputz. Üblicherweise wird dieser dann farblich nach Ihren Wünschen gestaltet.

Essenziell für eine erfolgreiche Wärmewirkung des WDVS ist es, dass die bauphysikalischen Eigenschaften des Gebäudes berücksichtigt werden. Auch der Standort ist entscheidenddafür, welches Material verwendet werden muss und wie dieses sinnvoll verarbeitet werden kann. Insbesondere die Windlast muss genau berechnet werden.

Ein WDVS ist unterschiedlichsten Belastungen ausgesetzt. So führen Kleber, Dämmstoff und Putz je nach System zu nicht unerheblichen Eigenlasten. Diese müssen in den Untergrund abgetragen werden. Daher erfordern die allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen bzw. allgemeinen Bauartgenehmigungen zunächst die Prüfung der Standsicherheit der Außenwand. Daneben müssen WDVS den Witterungseinwirkungen trotzen, insbesondere Temperaturschwankungen, Wind und Regen.

Zugelassene Systeme haben den Nachweis erbracht, dass sie diesen Belastungen grundsätzlich standhalten. Zudem verteilen die Windlasten nicht gleichmäßig über die Fassadenfläche. Die Standsicherheit eines WDVS gegenüber Windsogbelastungen wird für jedes Bauprojekt einzeln nachgewiesen. Ein geklebtes und gedübeltes WDVS muss so berechnet werden, dass bei den zu erwartenden Windeinwirkungen

a) das WDVS einen ausreichenden Widerstand gegen Windlasten aufweist und dass

b) bei Systemen, die Dübel verwenden, der Widerstand des Dübels gegen Auszug aus dem Untergrund größer als die einwirkende Windlast ist.

Die Windsoglast kann nach zwei Verfahren bestimmt werden. Grundsätzlich muss das Standardverfahren zur Berechnung von Windlasten nach DIN EN 1991-1-4:2010-12 sowie dem nationalen Anhang DIN EN 1991-1-4/NA:2010-12 [1] angewendet werden. Dieses Verfahren ist recht umfangreich. Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein vereinfachtes Verfahren genutzt werden. Die Mitgliedsunternehmen des Verbands für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM) bieten professionelle Unterstützung bei der Vorbemessung an.

Um die Größe der Windlast bestimmen zu können, müssen folgende Fragen beantwortet werden:

  • In welcher Region (Windzone) in Deutschland befindet sich das Gebäude?
  • In welcher Geländekategorie steht das Gebäude?
  • Ist es eher ländlich und offen oder innerstädtisch in dicht bebautem Bereich?
  • Welche Form hat das Gebäude und welche Abmessungen hat es?

Die Details zur Berechnung der Windlast finden sich unter anderem auch in dem Merkblatt „Dübel in WDVS: Hinweise zur Planung und Ausführung“. Auch für Systeme, die auf Verklebung der Dämmplatten beruhen, gibt es entsprechende Hinweise. Zudem bietetder VDPM (Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V.) bei solchen Fragen Hilfestellung. Installieren Sie Ihr WDVS nicht selbst, ersparen Sie sich diese aufwändige und potentiell fehlerträchtige Berechnung – diese übernimmt der Fachmann für Sie, der das WDVS an Ihrem Haus installiert.


Wie bereits erwähnt, besteht das WDVS aus mehreren Schichten. Diese werden Schritt für Schritt aufeinander aufgebaut. Vorher muss natürlich eine Entscheidung über das Material gefällt werden. (Zu den verschiedenen Stoffen für die Dämmung, s. die Abschnitte „Welches Material wird für ein WDVS genutzt“ und „Alternative Baustoffe zum WDVS-Standard“.) Das betrifft auch die grundsätzliche Frage, ob das Wärmedämm-Verbundsystem geklebt werden soll und/oder mit Dübeln befestigt.

Um dies zu entscheiden, muss im Falle einer Gebäudesanierung die Tragfähigkeit des bestehenden Putzes geprüft werden. Bei einem Neubau ist für die Frage dübeln oder nicht dübeln ausschließlich der gewählte Dämmstoff/ System verantwortlich. In beiden Fällen sind für die Wahl der Befestigung auch Standort abhängige Windlasten und das Eigengewicht des WDVS entscheidend.

Nun gilt es, den Untergrund vorzubereiten. Dazu wird die Wand von Schmutz und Ablagerungen jeglicher Art befreit. Der Untergrund muss absolut eben und trocken sein, gegebenenfalls kann eine Grundierung der Fläche notwendig werden. Nur durch diese Maßnahmen kann sichergestellt werden, dass sich keine Feuchtigkeit staut und langfristig Schäden verursacht.

Anschließend muss an allen angrenzenden Bauteilen der Sockelanschluss aufgebaut werden, der genau in der Flucht errichtet werden muss, damit Dämmplatten versatzfrei angebracht werden können.

Nun werden die Dämmplatten mittels Kleber verklebt. Die anzuwendende Klebetechnik ist zumeist das so genannte „Rand-Punkt-Verfahren“: Am Rand wird durchgängig eine Linie mit Kleber aufgebracht, und dann zusätzlich mittig mehrere Punkte. Dann werden die Platten fest an den Untergrund angedrückt. Der Kleber darf nicht in die Fugen zwischen den Platten gelangen. Muss gedübelt werden, erfolgt dies im nächsten Schritt, nachdem die Platten angeklebt wurden und der Kleber ausgetrocknet ist.

Sind die Dämmplatten angebracht, werden die Armierungsschicht – also der Unterputz – und das Armierungsgewebe angebracht. Dazu trägt man zunächst den Unterputz auf und arbeitet dann das Gewebe ein. Das Armierungsgewebe muss vollständig von dem Putz bedeckt sein.

Nun kommt die finale Putzschicht, der Oberputz. Er muss sehr gleichmäßig aufgetragen werden.

Die Schlussbeschichtung ist in der Regel ein Farbanstrich. Doch auch Verblendungen mit Naturstein, Glas, besonderen Fassadenprofilen oder speziellen Putzen sind möglich. Bei der Farbe ist darauf zu achten, dass die Farbe einen so genannten Hellbezugswert hat, der über 20 liegt. Der Hellbezugswert gibt an, wie hell die Farbe ist – für Schwarz ist der Wert 0, bei Weiß ist er 100. Die Helligkeit entscheidet mit darüber, wie viel Energie im Spektrum des sichtbaren Lichts von der Fassade reflektiert wird. Oberflächen mit dunklen Farben heizen bekanntlich schneller auf. Dadurch sind Fassaden mit dunklem Anstrich höheren Temperaturschwankungen ausgesetzt, was für ein WDVS nicht wünschenswert ist.

Zu guter Letzt ist beim WDVS abseits der Flächen natürlich auch darauf zu achten, dass Bauteile wie Fenster, Brandriegel, Türen etc. fachgerecht angeschlossen werden, da sich sonst Wärmebrücken bilden können, die die Energieeinsparung durch das WDVS reduzieren. Hierfür gibt es in den meisten WDV-Systemen entsprechende Spezialanschlüsse.

Amortisation eines WDVS

Natürlich steht vor dem Umsetzen einer Dämmmaßnahme am eigenen Haus die Frage, ob sich das rentiert – schließlich ist die Installation eines WDVS auch ein Kostenfaktor. Darum haben Wissenschaftler des Forschungsinstituts für Wärmeschutz e.V. München (FIW) untersucht, wann sich eine Wärmedämmung des eigenen Hauses amortisiert, also mit anderen Worten: wann die Kosten für den Aufbau des Wärmedämmverbundsystems durch die Energieeinsparung wieder „reingeholt werden“.

Das hängt ganz stark davon ab, wie gut oder schlecht der Ausgangspunkt ist. Je schlechter die Wärmedämmung vor Installation des WDVS, desto schneller lohnt sich natürlich auch die Investition, sparen Sie dann doch umso nachhaltiger bei den jährlichen Kosten für die Heizung. Weiterhin spielen klimatische Rahmenbedingungen, aber auch die aktuelle Dämmung anderer Bauteile, wie etwa des Daches, eine wesentliche Rolle. (Gegebenenfalls sollten Sie auch überlegen, im nächsten Schritt der Sanierung auch den Einbau neuer Fenster und einer Dachdämmung ausführen zu lassen.)

Darüber hinaus sind die Energiepreisentwicklung sowie die Bedingungen der Finanzierung relevante Faktoren. Daher können die angegebenen Amortisierungszeiträume nur als grobe Richtschnur verstanden werden.

Für die Berechnung der Amortisierungszeiträume wurden die jeweils gültigen Standards der Wärmeschutzverordnung (WSchV) herangezogen. Die erste WSchV trat 1977 in Kraft. Gebäude, die vor 1977 gebaut wurden, haben in der Regel die kürzeste Amortisierungsdauer. Sie liegt zwischen vier und zehn Jahren. 1995 wurden die Standards der WSchV verändert; Gebäude, die zwischen 1977 und 1995 gebaut wurden, haben eine durchschnittliche Amortisierungszeit von 15 Jahren, die Spannbreite liegt zwischen etwa neun und 22 Jahren.

Bekommen Sie eine Förderung für eine Sanierung Ihres Bestandsbaus, reduzieren sich für Sie persönlich natürlich auch die Kosten, und Ihre Investition in das WDVS amortisiert sich entsprechend schneller.

Aufbau eines WDVS

Im Folgenden beschreiben wir die einzelnen Komponenten des WDVS und stellen die verschiedenen Materialien und Konstruktionsmöglichkeiten dar, die sich Ihnen beim Dämmen Ihrer Fassade mit einem WDV-System bieten. Denn für den Aufbau eines Wärmedämmverbundsystems bieten sich Ihnen verschiedene Möglichkeiten, etwa bei der Wahl von Dämmplatten aus Mineralwolle oder Platten aus Styropor, bei der Befestigung mit Dübeln oder ausschließlicher Klebung, bei verschiedenem Unterputz und Oberputz und nicht zuletzt bei der optischen Gestaltung der Fassade mit Putz, Blendstein oder Farbe.

Komponenten eines WDVS

Entsprechend den verschiedenen Schichten im WDV-System gibt es verschiedene Grundkomponenten:

  • Klebemörtel,
  • Dämmstoff,
  • Armierungsputz,
  • Armierungsgewebe,
  • Oberputz,
  • Schlussbeschichtung.

Je nach konkretem Aufbau können die verschiedensten Materialien für die einzelnen Komponenten verwendet werden. Am meisten Vielfalt gibt es im Bereich der Dämmstoffe sowie der Schlussbeschichtungen.

Welches Material wird für ein WDVS genutzt

Standardmäßig werden als Dämmstoff zur Fassadendämmung, also für den Aufbau eines WDVS, Platten aus Styropor verwendet. Korrekt ist eigentlich die Bezeichnung Polystyrol:Styropor ist lediglich der Handelsname für Polystyrol, der von BASF geschützt wurde.Polystyrol kommt für viele verschiedene Zwecke zum Einsatz, unter anderem auch für Platten für Verbundsysteme. Polystyrol bzw. Styropor wird aus dem fossilen Rohstoff Erdöl gewonnen.

Als Dämmstoff regelt die DIN-Norm 4108-10 den Einsatz von Polystyrol. Dieses Dämmstoffmaterial darf nicht in allen Bereichen eingesetzt werden, beispielsweise nicht als für den Brandschutz verantwortliche Bauteile, bei Schallschutzanforderungen oder zur Außendämmung von DächernHier müssen andere Materialien verwendet werden. Die von Natur aus weißen, mittlerweile aber auch oft künstlich eingefärbten Platten aus Polystyrol haben sich beim Einsatz in WDV-Systemenzur Dämmung von Außenwänden sehr bewährt.

Diese Platten werden mit entsprechendem Kleber direkt auf der Fassade angebracht, nachdem der Untergrund entsprechend vorbereitet wurde. Die Platten aus Styropor können gleichermaßen auf verputzte oder unverputzte Betonwände sowie auf Ziegelsteine geklebt werden.

Alternative Baustoffe zum WDVS Standard

Neben den Polystyrolplatten gibt es jedoch noch eine Vielzahl anderer möglicher Dämmstoffe, die zur Dämmung eingesetzt werden können. Die wichtigsten stellen wir hier kurz vor.

Dämmziegel

Dämmziegel sind eine Alternative zum WDVS. Es handelt sich also nicht um einen alternativen Dämmstoff, den man im WDVS verarbeiten kann. Vielmehr sind DämmziegelMauerziegel, die bei Neubauten verwendet werden können und die bereits für eine Dämmung der Außenwand sorgen. Beispiele für Dämmziegel sind etwa die verschiedenen Varianten des UniporCoriso.

Dämmziegel sind Lochziegel – also schlicht Ziegel, die durchlocht sind. Die Löcher sind dann mit einem Dämmstoff gefüllt. So sind die Ziegel insgesamt leichter als klassische Mauerziegel und verfügen gleichzeitig über eine verringerte Wärmeleitfähigkeit. Der Wärmeleitwert liegt zwischen 0,07 W/(mKund 0,10  W/(mK).Da die Löcher meist senkrecht verlaufen, haben die Steine die nötige Tragfähigkeit für AußenwändeFür verschiedene Wandstärken sind verschiedene Ziegel erhältlich.

Dämmziegel bestehen in der Regel aus Poroton oder Leichtbeton. Als Dämmstoff kommen in den Löchern verschiedene Stoffe zum Einsatz; am häufigsten werden Steinwolle oder Perlite verwendet, doch auch mit Polystyrol oder natürlichen Stoffen wie Holzfasern gefüllte Dämmziegel sind erhältlich.

WDVS Mineralwolle

Mineralwolle kann alternativ zu Polystyrol in WDVS verbaut werden. Die Wärmedämmwerte sind etwas schlechter als die von Styroporplatten in Verbundsystemen, dafür hat Mineralwolle verschiedene andere Vorzüge gegenüber dem Einsatz der Dämmplatten aus Polystyrol im Wärmedämmverbundsystem zur Dämmung der Außenwand bzw. Fassade.

Zunächst einmal ist Mineralwolle ein Stoff, der aus künstlich hergestellten, mineralischen Fasern besteht. Mineralwolle ist ein Sammelbegriff, unter den Steinwolle, Glaswolle und Schlackenwolle fallen. Besonders Steinwolle wird häufig in WDVS als Dämmstoff zur Wärmedämmung eingesetzt.

Mineralwolle bzw. Steinwolle ist diffusionsoffen.Das bedeutet, dass Feuchtigkeit durch die Steinwolle hindurchdiffundieren kann. Das verhindert, dass sich Feuchtigkeit in den Wänden staut, was wiederum das Risiko von Algen- und Schimmelbildung reduziert. Die Diffusionsoffenheit sorgt zugleich auch für ein insgesamt besseres Raumklima im Haus.

Weiterhin ist positiv hervorzuheben, dass Mineralwolle ökologisch verträglicher ist, da zu ihrer Produktion weniger Energie nötig ist als zu der von Polystyrol. Auch, was die Brandsicherheit anbelangt, hat Mineralwolle die Nase vorne: Sie ist als „nicht brennbar“ (A1) eingestuft. Mineralwolle wie Steinwolle ist zudem extrem widerstandsfähig gegenüber äußeren Einflüssen. Während etwa Dämmplatten aus Polystyrol schrumpfen können, so dass Risse im Putz entstehen, ist dies bei Mineralwolle nicht der Fall.

Kerndämmung

Kerndämmung bezeichnet die Dämmung zweischaligen Mauerwerks.Sie ist eine Alternative zum WDVS. Zweischaliges Mauerwerk besteht aus einer Tragschale und einer Verblendschale – der eigentlichen Fassade – und wird daher auch als „Verblendmauerwerk“ bezeichnet. Zwischen diesen beiden Schalen liegt eine Hohlschicht, in der der Dämmstoff angebracht ist. Bei Neubauten wird die Außenwand errichtet, nachdem die Tragschale gedämmt wurde. Als Dämmstoff kommen hier fast alle Stoffe zum Einsatz, die auch beim WDVS verwendet werden, insbesondere Polystyrol-Hartschaum, Mineralwolle oder Polyurethan-Hartschaumstoff. Doch auch Schüttgut kann als Dämmstoff verwendet werden.

Altbauten kann man ebenfalls mit einer Kerndämmung nachträglich energetisch effizienter gestalten. Dabei kommt die so genannte Einblasdämmung zum Einsatz. Dabei wird ein Dämmstoff, in der Regel Polystyrolkügelchen, über kleine Röhren in den Hohlraum hineingeblasen. Dies hat den Vorteil, dass die historische Fassade des Gebäudes nicht zerstört werden muss und die alte Optik erhalten bleibt. Was die Wärmedämmung anbelangt, ist die Einblasdämmung jedoch oft nicht so effizient wie etwa ein WDVS.

Vakuumdämmplatte

Vakuumdämmplatten, auch „Vakuum-Isolations-Paneele“, machen sich zunutze, dass die Wärmeleitfähigkeit von unbewegter Luft extrem niedrig ist. Dadurch erreichen die Dämmplatten mit Vakuum eine extrem niedrige Wärmeleitfähigkeit von 0,007 W/mK.Die Vakuumdämmung enthält einen Stützkern, der in der Regel aus Kieselsäure-Pulver besteht. Dieser Stützkern ist von einer metallischen Vakuumverpackung umhüllt, die einer Kaffeeverpackung ähnelt.

Trotz ihrer hervorragenden Dämmeigenschaften ist die Vakuumdämmung unter den Dämmstoffen nicht besonders verbreitet. Der erste Grund ist, dass die Platten extrem teuer sind. Daher stellt sichBauherren natürlich die Frage, ob diese Form der Wärmedämmung die Investitionüberhaupt wert ist, sich also amortisiert.

Weiterhin ist diese Form der Wärmedämmung extrem sensibel: Die metallische Außenhaut (Hülle) darf auf keinen Fall beschädigt werden, da sonst Luft in den Kern dringt und das Vakuum zerstört wird. Dies ist für den Alltag auf Baustellen eine Herausforderung. Zudem bedingt diese Bauform, dass die Platten nicht zugeschnitten werden können. Zwar gibt es mittlerweile schon Spezialplatten bzw. Paneele, die von einer Hülle aus Polystyrol umgeben sind. Dies ermöglicht zumindest, dass sie am äußeren Rand beschnitten und vor allem gedübelt werden können.

Ökologische Dämmstoffe

Wie schon erwähnt, sind natürlich sowohl Mineralwolle als auch die Standard-Dämmplatten keine natürlichen, ökologischen Dämmstoffe, wobei Mineralwolle dank besserer CO2-Bilanz in der Herstellung deutlich umweltschonender ist als Styropor.

Besser sind in dieser Hinsicht selbstverständlich Naturdämmstoffe, also ökologische Dämmstoffe aus natürlich nachwachsenden Ressourcen. Zum Einsatz bei der Dämmung von Gebäuden kommen dafür vor allem Hanf-Zellulose, Holzfaser, Flachs, Schafwolle und andere natürlich dämmende Rohstoffe. Die Kosten liegen derzeit noch etwas höher als bei konventionellen Dämmstoffen, auch deshalb, weil letztere in größerem Umfang hergestellt werden.

Die Wärmeleitfähigkeit von Naturdämmstoffen kann in vielen Fällen mit der von Dämmstoffen aus fossilen und mineralischen Ressourcen mithalten. Zwar liegt die Wärmeleitfähigkeit etwa zwischen 0,040 bis 0,055 W/mK, und damit etwas höher als die konventioneller Dämmstoffe wie Polystyrolplatten und Mineralwolle.Allerdings lässt sich dieser geringe Unterschied meist ausgleichen, indem eine etwas dickere Dämmschicht verbaut wird.

Ökologische Dämmstoffe sorgen auch für ein angenehmes, gutes Raumklima; sie können sehr gut Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, was vor Schimmel schützt. Zudem schützen sie wirkungsvoll auch gegen Hitze im Sommer.

Innendämmung

Neben der Außendämmung ist auch die Innendämmung wichtig – und bisweilen der einzige Weg, einen Bestandsbau nachträglich zu dämmen. Dies kann beispielsweise bei denkmalgeschützten Bauten wichtig werden oder dann, wenn aus anderen Gründen eine Dämmung der Fassade des Gebäudes nicht in Frage kommt. Auch bei der Innendämmung muss professionell gearbeitet werden, da sich ansonsten Feuchtigkeit hinter der Innenwand-Dämmung staut und es fast unweigerlich zu Schimmelbildung kommt. Auch Wärmebrücken sind zu vermeiden.

Innendämmung kann auf verschiedene Weisen erfolgen; eine davon ist analog einem WDVS an der Fassade. Bei dieser Form der Innenwanddämmung werden Dämmplatten aufgeklebt, es folgt die Schicht mit Armierungsputz und Armierungsgewebe, bevor schließlich der Feinputz aufgetragen wird. Dabei kommen häufig Dämmplatten aus Polystyrol, Mineralwolle oder auch Holzweichfasern zum Einsatz.

Auch können die Dämmplatten mit einer Unterkonstruktion an der Wand befestigt werden. Diese besteht meist entweder aus Aluminium oder Holz. Wie schon erwähnt, muss sichergestellt werden, dass keine Feuchtigkeit hinter die Dämmschicht gelangen kann. Dazu wird eine Dampfbremse eingebaut, beispielsweise eine entsprechendFolie (Dampfbremsfolie). Die Dämmplatten werden dann mit Holz- oder Gipskartonplatten verkleidet. Alternativ gibt es auch Verbundplatten, die neben der Dämmschicht auch bereits die Dampfbremse und die Verkleidungsschicht beinhalten.

Zu bedenken ist bei der Innendämmung immer, dass diese zu Lasten der Wohnfläche des Gebäudes geht.

Alternative Fassadendämmung

Neben dem Wärmedämmverbundsystem gibt es, wie eingangs schon erwähnt wurde, auch die VHF, die vorgehängte hinterlüftete Fassade. Diese wiederum darf nicht verwechselt werden mit der Vorhangfassade, die ein spezielle architektonische Konstruktionsform der Fassade ist.

Das Charakteristikum einer VHF ist die Luftschicht zwischen Außenwandaufbau und Untergrund mit Dämmstoff. Diese Luftschicht gibt es im Wärmedämmverbundsystem mit Polystyrol bzw. Styropor oder Mineralwolle nicht. Die VHF ist etwas kostenintensiver als ein WDVS.

Neben dem WDVS und der VHF als Fassadendämmung ist natürlich auch eine Innendämmung des Hauses möglich. Die Wirkung der Dämmung kann in beiden Fällen gleich gut sein, wenn sie professionell ausgeführt wird. Allerdings geht die Innendämmung zu Lasten der Wohnfläche. Dafür ist das Dämmen mit Dämmplatten von innen kein Eingriff in das äußere Erscheinungsbild des Hauses.

Befestigung eines WDVS

Wie schon mehrfach beschrieben, gibt es verschiedene Wege der Befestigung eines WDVS. Die Dübelung des Dämmstoffs ist in den meisten Fällen sinnvoll und nötig, um einen sicheren Halt an der Fassade und dauerhaften Bestand des Wärmedämmverbundsystems auf dem jeweiligen Untergrund zu gewährleisten. Dafür ist auch eine sorgfältige Berechnung der Lasten an der Fassade unerlässlich, unter anderem, um die richtigen Dübel und die richtige Menge an Dübeln zu berechnen.

Dass die Befestigung einem einheitlichen System folgt, ist auch darum so wichtig, da nur dann, wenn alle Teile einwandfrei miteinander verbunden werden, auch tatsächlich Wärmebrücken vermieden werden und die Standsicherheit gewährleistet ist. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass die Wärmedämmung tatsächlich effizient wirkt.

Nun werden an Fassaden natürlich auch Dinge montiert – etwa ein Vordach, eine Markise oder eine Satellitenschüssel. An diesen Stellen entstehen normalerweise Wärmebrücken. Damit dies nicht geschieht, gibt es so genannte Abstandsmontagesysteme, die zu dem jeweiligen Verbundsystem passen und die dafür sorgen, dass an diesen kritischen Stellen der Fassade die Wärmedämmung nicht unterbrochen wird.

Montagearten eines WDVS

Bei den Montagearten des WDVS sind im Prinzip vier Varianten zu unterscheiden:

Zwar ist das Kleben allein die günstigste Montageform für ein Wärmedämmverbundsystem, jedoch ist das nur bei sehr glatten Oberflächen möglich, die keinerlei Schäden aufweisen. Auch darf die Dämmschicht eine gewisse Dicke nicht überschreiten. Beträgt das System-Gesamtgewicht mehr als 10 kg/m², muss (zusätzlich) verdübelt werden. Mineraldämmwollplatten müssen immer zusätzlich verdübelt werden.

Bei sehr unregelmäßigen Untergründen kommt das Schienensystem zum Einsatz. Die Dämmplatten verfügen über eine Leibungsnut und eine Hinterfräsung. Die Metallschienen, die mit Dübeln an die Wand montiert werden, greifen mit Schenkeln in diese Nut an den Platten und sorgen so für stabilen Halt.

WDVS Dübel

Für manchen Dämmstoff ist eine Dübelung unverzichtbar, bei anderen Dämmstoffen – wie EPS-Platten –ist die Befestigung mit Dübeln ab einer gewissen Dicke des Dämmstoffs nötig. Sowieso muss auf schlechtem Untergrund verdübelt werdenFür die Verdübelung des WDVS kommen spezielle Dämmstoffdübel zum Einsatz. Diese Dämmstoffdübel haben einen sehr großen, flachen Kopf, der optisch an einen Teller erinnert. Die Größe der Dübelteller ist bei Dämmstoffdübeln vorgeschrieben, sie variiert je nach Zulassungssystem. Diese Systemdübel sorgen für die sichere Befestigung der Dämmung an der Außenwand, da die Teller oberflächenbündig auf der Dämmplatte abschließen. Eine Alternative ist der Einsatz einer Dämm-Rondelle. Bei diesem Verfahren wird der Dübel tiefer in die Dämmplatte bzw. den Dämmstoff eingetrieben und das entstehende Loch mit der Rondelle verschlossen. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass sich später auf der Fassade des Wärmedämmverbundsystems die Dübelteller abzeichnen.

WDVS kleben

Ist der Untergrund glatt, wird der Klebemörtel mit einer Zahntraufe auf der ganzen Fläche aufgetragen, dann mit der gezahnten Seite abgezogen und gleichmäßig an die Wand gedrückt. Ist der Untergrund uneben, wird nur am Rand ein durchgängiger Wulst aus Kleber aufgetragen und in der Mitte zusätzliche Punkte („Rand-Punkt-Methode“). Die verklebte Fläche liegt damit je nach verwendetem System zwischen 40 % und 100 %.

Bei der Verklebung ist besonders auf die „Ränder“ der Klebeflächen zu achten, also etwa am Dachrand; hier ist besonders wichtig, dass zwischen Dämmung und Mauer keine Luftzirkulation stattfinden darf (Hinterströmung).

Zudem sollten Dämmplatten nicht bei Kälte geklebt werden; die Außentemperatur sollte mehr als + 5°C betragen, da die Temperatur von Luft und Untergrund einen Einfluss auf das Abbindeverhalten des Klebers hat. Auch vom Material ist dieses Verhalten abhängig. Der Mörtel sollte daher auch so gewählt werden, dass er optimal auf den Traggrund, in diesem Fall das Dämmmaterial, abgestimmt ist.

Bei der Fassadendämmung ist die Verwendung von Polyurethanschaum (PU-Schaum) eine Alternative zu Klebemörtel. Der Vorteil ist die schnelle Durchhärtung des Schaums, die es möglich macht, schnell weiterzuarbeiten und Putz aufzutragen. Weiterhin hat der Klebeschaum sehr gute Dämmwerte, unterstützt also die Wärmedämmung. Dennoch hat der Klebeschaum auch viele Nachteile. Unter anderem dehnt er sich beim Durchhärten aus, weshalb die Platten in dieser Phase ständig nachjustiert werden müssen. Auch lassen sich Unebenheiten auf dem Untergrund mit Klebeschaum schwerer ausgleichen. In manchen Fällen ist die Verwendung normalen Klebemörtels und anschließend einer Verdübelung mit Dübeln sinnvoller. Wer Klebeschaum nutzen möchte, sollte einen nicht so stark expandierende Schaum wählen. In jedem Fall muss darauf geachtet werden, dass der Schaum für die Verwendung in einem WDVS zugelassen ist.

5 typische Fehlerquellen

Wird ein WDVS nicht fachgerecht montiert, macht dies im besten Falle das WDV-System wirkungslos. Im Unglücksfall kann das aber auch zu schweren Schäden am Gebäude führen. Dabei gibt es einige Grundprobleme, die beim Aufbau eines Wärmedämmverbundsystems immer wieder für Probleme sorgen:

  • falsche Montageart,
  • mangelhafte Belüftung,
  • kein Austausch der Fenster,
  • andere Wärmebrücken,
  • schlechter Brandschutz.

Je nach Fassade, deren Zustand, Lage des Hauses und klimatischen Bindungen in der Umgebung muss die passende Befestigungsart für das WDVS gewählt werden. Eine akkurate Berechnung etwa der Windsoglast ist unabdinglich. Aber auch die genaue Prüfung des Zustandes der bestehenden Fassade vor einer Verklebung der Platten ist notwendig. Wer hier zu optimistisch auf Dübel verzichtet, dem fallen unter Umständen bald die Dämmplatten von der Fassade.

Auch ist immer zu bedenken, wie viel Feuchtigkeit im Gebäude entstehen kann. Daher kann es sinnvoll sein, ein Lüftungskonzept gleich mit zu gestalten, um zu vermeiden, dass sich die Feuchtigkeit staut und sich Schimmel bilden kann.

Ein großer Schwachpunkt am Haus sind die Fenster. Über das Fenster und den Rahmen geht viel Wärme verloren. Wer also ein neues WDVS installiert, sollte auch neue Fenster einbauen, die den aktuellen Standards entsprechen. Doch nicht nur an Fenstern entstehen Wärmebrücken, sondern auch überall, wo Bauteile aufeinandertreffen. Dort ist also mit besonderer Sorgfalt zu arbeiten.

Zu guter Letzt ist auch der Brandschutz wichtig. Zwar sind alle Dämmstoffe brandschutzgeprüft. Dennoch ist gerade etwa bei der Verwendung von EPS-Platten darauf zu achten, dass auch Brandriegel mit Mineralwolle eingebaut werden, um die Sicherheit weiter zu erhöhen.

Bauteile, die gedämmt werden sollten

Auch wenn ein WDVS als Vollwärmschutz bezeichnet wird, ist es letztlich „nur“ eine Fassadendämmung. Andere Teile des Hauses müssen ebenfalls gedämmt werden – und für jedes Bauteil gibt es wiederum einen eigenen Dämmschutz, der besonders geeignet ist. Jedes Haus, jedes Dach, jeder Keller ist eben anders. Zu den Bauteilen, die in jedem Fall gedämmt werden sollten, gehören:

  • Fassade,
  • Dach oder die oberste Geschossdecke,
  • Keller.

Ein wichtiger Faktor für eine gute Wärmedämmung des Hauses sind darüber hinaus die Fenster. Hier entstehen besonders häufig Wärmebrücken, also ein stetiger Verlust von Wärme. Auch wenn Fenster nur einen geringen Teil der Oberfläche eines Hauses ausmachen, kann über sie signifikant Wärme verloren gehen.Dadurch kann es auch zu Tauwasserbildung und in der Folge zu Schimmel kommen. Daher ist ein Austausch der Fenster sinnvoll, wenn an den Fenstern Wärmebrücken bestehen. Dies muss nicht an der Glasscheibe liegen: Auch am Rahmen kann Wärme verloren gehen. Beim Austausch von Fenstern ist auf den U-Wert der neuen Fenster zu achten. Vorgeschrieben ist ein U-Wert von maximal 1,1 W/(m²K) an der Scheibe (Ug-Wert) und 1,3 W/(m²K) insgesamt (Uw-Wert).

Auch die Dachdämmung ist ein zentraler Aspekt. Ist das Dach sehr unzureichend gedämmt, geht hier unter Umständen trotz WDVS zu viel Wärme verloren. Darum sollte in gewissen Fällen auch darüber nachgedacht werden, gleich – oder im nächsten Schritt – auch eine neue Dachdämmung installieren zu lassen.

Auch wichtig ist die Dämmung der Zimmerdecke in Räumen, über denen ein ungedämmter oder nicht beheizter Raum liegt, wie etwa ein Dachboden. Liegt über einem Zimmer keine ungeheizte oder ungedämmte Fläche, wird man in der Regel auf die Dämmung der Zimmerdecke verzichten. Diese bringt dann keinen Vorteil – und verringert zudem die Raumhöhe.

Auch der Fußboden kann natürlich gedämmt werden; eine Dämmung unter dem Estrich ist jedoch meist aufwendiger als eine Dämmung der darunterliegenden Zimmerdecke. Zwar kann man auch auf einem bestehenden Estrich eine neue Dämmung und eine zweite Estrichschicht aufbringen; auch das reduziert jedoch die Raumhöhe und sollte gut bedacht werden.

Auch wichtig zu beachten bei allen Dämmungen von Fußboden und Decke: Wer seine Wohnung vermieten möchte, sollte bedenken, dass eine Mindestdeckenhöhe von 2,40 m nicht unterschritten werden darf.

Brandschutz WDVS

Bei allen Baumaßnahmen ist Sicherheit natürlich ein zentraler Faktor – das gilt auch für die Wärmedämmung der Fassaden mit einem WDVS. Was aber gilt es hier in Bezug auf den Brandschutz zu beachten?

Zunächst einmal wird baurechtlich zwischen verschiedenen Gebäudehöhen und Gebäudeklassen (u.a. nach Anzahl der Geschosse) unterschieden, was die Brandschutzanforderungen an die Baustoffe für ein Wärmedämmverbundsystem anbelangt. Für Gebäude unter 7 m Höhe (Gebäudeklassen 1-3) genügt es, wenn die Baustoffe normal entflammbar sind (Baustoffklasse B2 nach DIN 4102-1). Bei Gebäuden zwischen 7 und 22 m Höhe ist mindestens die Baustoffklasse B1 vorgeschrieben.

Entscheidend sind für das WDV-System natürlich vornehmlich die verwendeten Dämmstoffe. Die häufig eingesetzten Dämmplatten aus Polystyrol (EPS-Platten) sind als schwer entflammbar (B1) eingestuft. Bei EPS-Platten müssen, unabhängig von der Dämmstoffdicke, immer Brandriegel verbaut werden. Brandriegel verhindern bei einem Raumbrand die Brandweiterleitung über die Fassade.

XPS-Platten – eine andere Form der Dämmplatten aus Polystyrol – sind als schwer entflammbar (B1) eingestuft. Nicht brennbar sind alle anorganisch-synthetischen Baustoffe wie Blähton, Perlite, Ton, Glas sowie Stein-/Glaswolle (Mineralwolle), die in Mineralwollplatten zum Einsatz kommt.

Organisch-natürliche Rohstoffe wie Holz, Kork, Schafwolle und Hanf-Zellulose, die ebenfalls als Dämmstoffe eingesetzt werden (s.o. Abschnitt „Ökologische Dämmstoffe“), sind jedoch „nur“ als normal entflammbar (B2) eingestuft. Entsprechend dürfen sie auch nur in WDVS bei Gebäuden der Gebäudeklassen 1-3 bis 7 m Höhe verwendet werden.

Wichtig ist, dass der ausgewählte Dämmstoff in jedem Fall eine Zulassung für das eigene Bauvorhaben und für die Verwendung in einem Wärmedämm-Verbundsystem hat.

VDPM

Im Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V., kurz: VDPM, sind die deutschlandweit führenden Hersteller von Fassadendämmsystemen und deren Zubehör zusammengefasst. Es gibt zudem auch regionale Verbände. Die Aufgabe des Vereins ist es vor allem, die Interessen der Branche in der Öffentlichkeit und der Politik zu vertreten.

Für Verbraucher ist der VDPM deshalb von Interesse, da sich auf der Website des Verbandes zahllose Hinweise, praktische Handreichungen und Broschüren für den fachgerechten Aufbau von Dämmsystemen wie dem Wärmedämm-Verbundsystem findenNatürlich gibt es neben Informationen zum WDVS auch Broschüren zu Estrich, Mörtel, Putz, Mauermörtel und anderen Materialien.

Der Verband ist daher nicht nur für Fachleute, sondern auch für alle, die ihre Fassade in Eigenregie dämmen möchten, eine unverzichtbare Informationsquelle, die immer die aktuellsten und vor allem detaillierte, seriöse Informationen bietet.

Algenentferner Fassade

Ist die Fassade gedämmt und gestrichen, erstrahlt Ihr Haus in neuem Glanz. Doch nach einiger Zeit kann es– insbesondere bei Putzfassaden – vorkommen, dass sich ein grüner Schleier auf dem Putz bildet, der unschön aussieht. Der Grund: Algen haben es sich auf der Fassade gemütlich gemacht.

Algen gedeihen besonders gut auf Oberflächen wie gedämmten Putzfassaden, da dieseüber Nacht auskühlen und sich dann Tauwasser bildet, das von der wasserabweisenden Dämmschicht zurückgewiesen wird – ein idealer Nährboden für Algen. Sind Gewässer oder Wälder in der Nähe begünstigt das Algenwachstum weiter. Im Prinzip ist das nicht schlimm. Die Algen können relativ problemlos, z.B. mit einem Algenentferner, wieder entfernt werden. Das sollten sie auch, da der Algenbefall den Putz auf Dauer schädigen kann. Zwar sind Algen selbst unproblematisch, doch kommt es in der Folge des Algenbefalls oft auch zum Pilzbefall. Das liegt daran, dass sich auf mit Algen bewachsenen Fassaden eine höhere Luftfeuchtigkeit bildet, die wiederum auch das Pilzwachstum befördert. Pilze und Schimmel wiederum sind für die Fassade schädlich.

Algen kann man auf verschiedene Arten und Weisen entfernen. In der Regel erfolgt die Reinigung entweder mit einem Hochdruckreiniger (also mit Wasser) oder mit einem Algenentferner.

Die alleinige Benutzung eines Hochdruckreinigers zur Entfernung des Befalls ist nicht zu empfehlen. Wenn Sie mit einem Hochdruckreiniger arbeiten möchten, sollten Sie vorher auf jeden Fall eine Bürste nehmen und bereits den groben Dreck entfernen; zudem muss die Temperatur bei mindesten 80°C liegen, damit Algen, Moos, Pilzeund Grünbelag sich lösen.

Besser ist es in jedem Fall, für die Fassadenreinigung einen Algenreiniger zu verwenden, denn bei Einsatz eines Hochdruckreinigers muss sehr viel Druck aufgewendet werden, um die Fassade zu reinigen. Das kann Schäden an der Fassade verursachen, die die Algenneubildung nachhaltig begünstigt; in der Konsequenz müssen Sie dann also die Fassade noch schneller wieder reinigen.

Die Wirkstoffe einesAlgenvernichters hingegen sindso zusammengesetzt, dass der Algenentferner die Algen löst, ohne dass Schäden an der Fassade entstehen. Er wird einfach auf die Fassade aufgetragen. Je nachdem, wie die Fassade beschaffen ist, löst das Mittel Algen und andere organische Beläge schneller oder langsamer. Nach der Einwirkzeit kann dann die Fassade mit einem sanften Wasserstrahl gereinigt werden.

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