Schrauben-Ratgeber

Schrauben – der große Ratgeber  

Ob beim Hobbyhandwerker oder bei einem erfahrenen Profi – das Thema Schrauben wirft immer wieder viele Fragen auf. Welche Schraubenarten sind für welchen Einsatz am besten geeignet? Welche Auswirkung haben die Gewindetypen auf den Nutzen? Und was unterscheidet eine Holzschraube von einer Metallschraube? 

Um für jede Konstruktion das beste Ergebnis zu sichern ist es wichtig, die richtigen Schrauben zu verwenden. Nur so schaffen Sie für Werkstücke aller Art die beste Verbindung und ein stabiles Bauteil. Im nachfolgenden Ratgeber erhalten Sie einen umfassenden Überblick zu Schraubenarten, den Anwendungsgebieten und dem Aufbau der einzelnen Schrauben. So wird es zu einem Kinderspiel, die besten Schrauben für jedes Projekt zu wählen. 

Inhalt

Schraubenarten nach Gewinde

Spezialschrauben

Schraubenkopf: Wann welchen wählen?

Schraubenmaterial

Wieviele Schrauben werden benötigt

Spanplattenschrauben

Die Spanplattenschraube für eine schnelle und flexible Verarbeitung.

Holzbauschrauben

Die kraftvollen, zugelassenen Schrauben für den konstruktiven Holzbau

Vollgewindeschrauben

Die Vollgewindeschrauben mit intelligenten Lösungen für anspruchsvolle Konstruktionen

Terrassenschrauben

Das hochwertige Schraubensortiment für die professionelle Terrassenmontage

Spezialschrauben

Das hochwertige fischer Schraubensortiment für spezielle Anwendungen.

Fassadenschrauben

Das Spezial-Schraubensortiment für die Befestigung von Holzfassaden.

Schnellbauschrauben

Das umfangreiche Schnellbauschrauben Sortiment zur Befestigung von Trockenbauplatten auf allen Arten von Unterkonstruktion.
 

Schraubenarten – eine Übersicht nach Gewinden

Schrauben lassen sich durch unterschiedliche Kriterien einteilen. Laien neigen dazu, lediglich auf den Einsatzbereich zu achten. Soll zum Beispiel Holz verbaut werden, macht man sich auf die Suche nach Holzschrauben. Schnell wird jedoch klar, dass es innerhalb dieser Kategorie erneut unzählige Schraubenarten gibt. Welches Modell das richtige ist, richtet sich hier unter anderem nach der Art des Holzes. Arbeiten Sie mit einem besonders harten oder einem besonders weichen Holz? Wünschen Sie einen Senkkopf für die Schraube? Müssen vielleicht verschiedene Holzarten oder Holzwerkstoffe miteinander verbunden werden? Auch erfahrene Handwerker kommen hier schnell an ihre Grenzen.  

Daher bietet es sich an, einen genaueren Blick auf die Gewinde der einzelnen Schrauben zu werfen. Die Gewindearten eignen sich für jeweils bestimmte Bereiche besonders gut und erlauben ein sauberes wie problemloses Arbeiten mit den Werkstücken. 

Vor allem metrische Gewinde werden allgemein in Außengewinde und Innengewinde unterschieden. Ein Befestigungsstück mit Außengewinde kann durch ein passendes Innengewinde aufgenommen werden. Selbstschneidende oder selbstbohrende Schrauben verzichten in der Regel auf Gegenstücke mit Gewinde (wie z.B. Muttern oder Gewindehülsen) – die Befestigung wird über die Verbindung zwischen Schraube und Schraubmaterial gesichert.  

Die wichtigsten Fachbegriffe in der Übersicht:

  • Gewinde-Außendurchmesser oder Nenndurchmesser: Benennt die maximale Gewindebreite im Längsschnitt der Schraube bzw. den maximalen Außendurchmesser
  • Gewinde-Kerndurchmesser: Benennt den kleinsten Durchmesser am inneren Gewinderand.
  • Gewinde-Flankendurchmesser: Abstand zwischen den Profilmittelinien der beiden Gewindeseiten.
  • Flankenwinkel: Winkel zwischen zwei Gewindeflanken.
  • Gewindesteigung: Abstand zwischen den Spitzen der Gewindeflanken nach einer Umdrehung.
  • Gewindegang: Umfang der gesamten Schraubenlinie des Gewindes.

Als Gewinde wird lediglich der Bereich der Schraube benannt, der mit der spiralförmigen Einkerbung versehen ist. Gibt es einen glatten Bereich darüber, wird dieser als Schaft benannt.

Schrauben mit metrischem Gewinde

Das sogenannte metrische ISO-Gewinde ist ein standardisiertes Gewinde, das eine metrische Abmessung verwendet. Das metrische Gewinde hat einen Flankenwinkel von 60 °. Die Schrauben mit metrischem ISO-Gewinde werden global eingesetzt. In der Vergangenheit wurden metrische Gewinde mit leicht abweichenden Abmessungen verwendet. Hinzu kamen die Zoll-Gewinde. Diese sind in den meisten Ländern durch das metrische Gewinde ersetzt worden. Es gibt somit noch vereinzelt Schrauben mit Zollgewinde.

Die Schrauben mit metrischem Gewinde wurden im Jahr 1996 über die ISO 1502 genormt (DIN: Metrisches ISO-Gewinde allgemeine Anwendung). Sie werden in den DIN-Normen DIN 13 und DIN 14 beschrieben.

Die Schrauben mit dem metrischen Gewinde werden als Paarung von Schraube und Mutter angeboten. Innerhalb der Schrauben wird noch nach Modellen mit Regelgewinde und Feingewinde unterschieden. Die Flankenwinkel und die Gewindesteigung der Feingewinde sind geringer als die des Regelgewindes. Schrauben mit Feingewinde eignen sich sehr gut an Werkstücken, die nur wenig Raum für das Eindrehen der Schraube bieten. Der verringerte Flankenabstand erhöht die Anzahl der vorhandenen Gewindeschnitte und somit den Halt der Schraube. 

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Schrauben mit metrischem Gewinde auch als Schrauben mit Metallgewinde benannt. Auch dann, wenn die Schrauben zu Teilen oder im Ganzen aus Kunststoff gefertigt sind. Die Bezeichnung Metallgewinde deutet darauf hin, dass diese Schrauben nur zusammen mit einer vorhergehenden Mutter genutzt werden. Im Vergleich dazu schneiden etwa Universalschrauben oder Blechschrauben ihr eigenes Gewindeloch in das Material. 

Neben den unterschiedlichen Gewindearten gibt es auch mehrere Flankenarten. Diese können je innerhalb der Gewindeformen Anwendung finden. So gibt es Schrauben mit metrischem Gewinde, die unterschiedliche Flankenformen haben. Durch die Flankenformen wird häufig der individuelle Einsatzbereich eingegrenzt: 

  • Spitzgewinde – u.a. für Feinwerkmechanik und für allgemeinen Gebrauch geeignet 
  • Sägengewinde – als Bewegungsgewinde 
  • Flachgewinde – ehemalig als Bewegungsgewinde, heute kaum noch vorhanden  



Schrauben mit geteiltem Gewinde bzw. Doppelgewinde

Die Doppelgewinde- Schrauben kommen insbesondere im Holzbau zum Einsatz. Sie werden als Variante der Vollgewindeschrauben für Verbindungen oder Verstärkungen sowie für die Befestigung von Aufdachdämmsystemen insbesondere bei Verwendung druckweicher Dämmstoffe eingesetzt. Diese spezielle Art der Holzschrauben überzeugt mit einer leichten Montage und hoher Effizienz.  

Das Gewinde ermöglicht eine axiale Lastübertragung. Im direkten Vergleich zu einer klassischen Teilgewindeschraube wird eine höhere Zuglast übertragen und eine hohe Drucklast optimal abgefangen. Die Schraube nutzt zwei Gewinde mit unterschiedlicher Steigung. Diese komprimieren das Bauteil beim Einschrauben. Es ist also nicht notwendig, das Bauteil vorzuspannen, um eine optimierte Konstruktion zu schaffen. Die Schrauben mit Doppelgewinde sind daher nicht nur höchst belastbar, sondern auch wirtschaftlich. 

Diese Schrauben haben meist einen Zylinderkopf, der nahezu unsichtbar im Holz versenkt werden kann. Gleichzeitig ist eine Demontage ohne Probleme möglich. Es handelt sich nicht um einen Senkkopf – Sie können die Schraube eindrehen, ohne das Holz aufzuspalten. Ist der Brandschutz für das Bauprojekt relevant, lassen sich die Schrauben komplett im Holz versenken und mit einem Querholz- / Konusplättchen abdecken und erfüllen somit schon manche Anforderungen an die aktuellen Brandschutzbestimmungen.   
fischer Abstandsschraube ASL mit Doppelgewinde

Schrauben mit Vollgewinde

Vollgewindeschrauben kommen im Holzbau zum Einsatz. Das Gewinde der Schraube erstreckt sich in der Regel über die gesamte Schraubenlänge. Es setzt direkt unter dem Schraubenkopf an. Das Gewinde ist in der Lage, hohe Zug- und Druckkräfte aufzunehmen und gleichmäßig zu verteilen. Diese Art der Holzschrauben eignet sich daher besonders gut für Bauvorhaben, in denen Holzbauteile unter permanenter Krafteinwirkung stehen. Auch für die Verstärkung von Holzbauteilen sind diese Schrauben sehr gut geeignet. Größere Abmessungen werden für hoch beanspruchbare Verbindungen und Verstärkungen eingesetzt und haben fast immer eine Europäische Technische Bewertung (ETA) mit der Angabe der jeweiligen Tragfähigkeiten. Schraubenhersteller bieten für die Bemessung der Tragfähigkeit der vorliegenden Verbindung auch oft eine Bemessungssoftware an. 

Für die Verschraubungen von Holzwerkstoffplatten (wie z.B. Spanplatten oder OSB- Platten) sowie sämtlicher Holzarten als Vollholz werden spezielle Spanplattenschrauben angeboten. Diese sind mit einem Vollgewinde oder aber auch mit einem Teilgewinde ausgestattet. Diese Schrauben haben ein selbst schneidendes Gewinde oder sogar eine Bohrspitze. Sie lassen sich in weiche und meist auch schon in viele harte Holzarten und Spanplatten oder MDF- Platten eindrehen, ohne dass ein Vorbohren notwendig ist. Für die Verarbeitung von Vollgewindeschrauben mit Senkkopf darauf achten, dass dieser oberflächenbündig ins Holz eingeschraubt wird. Ein tieferes Eindrehen kann das Holz spalten.  

Schrauben mit Teilgewinde  

Holzschrauben gibt es mit Vollgewinde oder Teilgewinde. Die Teilgewindeschrauben eigenen sich optimal, um eine sichere Befestigung zwischen Holzplatten und Holzbalken herzustellen. Eine Schraube mit Teilgewinde hat unterhalb des Schraubenkopfes einen gewindefreien Bereich, der als Schaft bezeichnet wird. Die Schaftlänge sollte mindestens der Dicke der zu befestigenden Holzplatte entsprechen, damit die zwei zu verschraubenden Bauteile sauber zusammengezogen werden können. 

Auch Teilgewindeschrauben werden mit Senkkopf angeboten. Alternative Kopfformen sind der Tellerkopf oder der Sechskantkopf mit angeformter U- Scheibe. Holzpatten an Wänden oder Holzbalken für Terrassen lassen sich sauber und eben verschrauben. Ist die Schraube nicht mit einem selbstschneidenden Gewinde ausgestattet, ist eine Vorbohrung notwendig.  
fischer Spanplattenschraube mit Teilgewinde

Schrauben mit Innengewinde

Die Schrauben mit Innengewinde kommen besonders häufig im Möbelbau und somit in der Holzverarbeitung zum Einsatz. 

Schrauben mit einem Innengewinde werden zumeist mit einem passenden Gegenstück geliefert. Es gibt darüber hinaus Modelle, die für die Verschraubung mit DIN-Regelgewinden geeignet sind. Die Schraube hat ein klassisches Außengewinde, mit dem sie im Werkstück befestigt wird. Gleichzeitig gibt es ein hohles Innengewinde, das eine andere Schraube aufnehmen kann.  

Einige Hersteller bieten Kombinationen der beiden Gegenstücke an, die lediglich gegenseitig angepasst sind, nicht genormt und somit nicht mit anderen Teilen kombiniert werden können. Dies ist häufig bei speziellen Möbelschrauben der Fall. Diese Art der Schrauben dient dazu, einzelne Möbelteile sicher miteinander zu verbinden. In der Regel handelt es sich jedoch um metrische Regelgewinde.  

Die Innengewinde kommen auch häufig bei Rohrgewinden zum Einsatz. Dabei handelt es sich nicht um Schrauben im klassischen Sinne. Die Gewinde sind direkt an den Rohr-Enden aufgebracht und erlauben eine einfache Verbindung zwischen Rohrstücken. Hier werden sowohl Innen- als auch Außengewinde angeboten. Die Rohrgewinde können selbstdichtend sein (konisch bzw. kegelförmig) oder zylindrisch. In diesem Fall sind sie nicht selbstdichtend und benötigen ein zusätzliches Dichtmittel für die Verbindung.

Schrauben mit Zollgewinde

Global sind die metrischen Schrauben die üblichen Gebrauchsschrauben. Es gibt einige Märkte, auf denen sich jedoch bis heute die Zoll- Schrauben behaupten. Insbesondere in den USA sind die Schrauben im Zoll-Maß weit verbreitet. Im Vergleich zu einer metrischen Schraube unterscheidet sich die Schraube mit Zollgewinde in erster Linie in der zugrundeliegenden Maßeinheit.

Ein Zoll (Englisch= inch) entspricht 2,54 cm. Wenn Sie mit Zollschrauben arbeiten möchten oder müssen, ist es wichtig, die korrekte Berechnung vor dem Schraubenkauf vorzunehmen. Das gilt für Schrauben mit Fein- und Grobgewinde. 

Es gibt diverse Gewindearten für die Zollschrauben. Die folgenden sind auf dem weltweiten Markt am weitesten verbreitet: 

  • UNC – US- amerikanisches Einheitsgewinde. Das Grobgewinde war früher auch unter der Bezeichnung NC bekannt. 
  • UNF – US- amerikanisches Einheitsgewinde. Das Feingewinde war früher auch unter der Bezeichnung NF bekannt.
  • Britisches Whithworth- Gewinde (z.B. BSP, BSW und BSF) – Whithworth- Gewinde haben einen Flankenwinkel von 55 °. Die metrischen Schrauben haben einen Flankenwinkel von 60 °. 

UNC- und UNF-Gewinde haben zwar ebenfalls eine Flankenwinkel von 60 °, haben aber einen anderen Durchmesser als die metrischen Schrauben. Daher sind die metrischen, die amerikanischen Zoll- Schrauben und die britischen Zoll- Schrauben nicht untereinander kompatibel. 

Unabhängig von der Gewindeart der Zollschrauben, wird die Länge der Schrauben immer in Zoll oder mm angegeben. Der Gewindedurchmesser wird hingegen ausschließlich als Bruch genannt. Zoll wird mit dem Sonderzeichen “ beschrieben. Ein Gewinde mit ¼“ hat demnach einen Durchmesser von 6,35 mm (= 1/4∙2,54). 

Schrauben ohne Gewinde

Es gibt im eigentlichen Sinne keine Schrauben ohne Gewinde. Diese Art der Schraube bezieht sich auf Schraubenpaare, die sich aus einer normalen Schraube und einer Schraube mit innenliegendem Gewinde zusammensetzen. Die Schraubverbindung wird also durch das Zusammenführen der zwei Teile gesichert. 

Es gibt diese Modelle in ganz unterschiedlichen Längen und Ausführungen. So finden Sie Angebote für jeden Schraubkopf. Einige Gegenstücke lassen sich in die Schraube ohne Außengewinde eindrehen, andere kommen in Form einer Mutter und werden am unteren Ende über ein kurzes Gewindestück gedreht.  

Erneut handelt es sich vor allem um Schrauben aus dem Möbelbau. Der Kopf der Schrauben verschwindet häufig plan in den vorgebohrten Löchern. Schrauben ohne Gewinde mit einem kurzen Gegenstück setzen in der Regel auf ein Feingewinde. So wird trotz kurzem Verbindungsstück hohe Sicherheit geboten. 

Zylinderschrauben 

Die Zylinderschrauben, auch als Inbusschrauben bekannt, kommen in Bereichen zum Einsatz, die besondere Konstruktionsansprüche stellen. Ist der Schraubenkopf aufgrund des Werkstückbaus nur schwer zugänglich, sind die Zylinderschrauben mit Innensechskant die richtige Wahl. Zumeist weist das Werkstück dabei identische Abmessungen auf wie der Schraubenkopf. Welchen spezifischen Produktanforderungen die Zylinderkopfschraube gerecht werden muss, richtet sich nach dem Bauteil. 

Das Angebot für die Zylinderschrauben ist entsprechend umfangreich. Sie erhalten Modelle mit einer geringen Kopfhöhe oder Ausführungen mit einem Schlitzantrieb. Darüber hinaus gibt es die Zylinderkopfschrauben nach metrischer DIN-Norm. Sie haben auch die Wahl zwischen Vollgewinde und Teilgewinde.  

Es ist möglich, Sonderanfertigungen herstellen zu lassen. Die Dimensionen der Schraube sind dann auf das zu bearbeitende Werkstück perfekt angepasst. Allerdings kommt dieses Angebot selten im Privatbereich zum Tragen. Die Schrauben werden in üblichen Standardlängen angeboten: 

  • 0 – 45 mm
  • 46 – 75 mm
  • 76 – 110 mm
  • 111 – 200 mm

Sie sind vielseitig einsetzbar und eignen sich vor allem für die Verbindung von verschiedenen Metallen wie Stahl– verzinkt wie unverzinkt - und Edelstahl . 

Schrauben mit Bohrspitze

Eine weitere Besonderheit im Schraubensortiment sind Schrauben mit Bohrspitze. Diese Schrauben besitzen eine ausgeprägte Spitze, die – wie der Name bereits verrät – für das Einbohren in ein Werkstück geeignet ist. Die Grundform ist an die eines klassischen Bohrers angelehnt. In der Regel hat die Bohrspitze zwei Schneiden. Sie können eine Schraube mit Bohrspitze sehr gut für die Verbindung von Metallen oder Kunststoff verwenden. Diese Schraubenart kommt regelmäßig für die Befestigung von Fensterbeschlägen zum Einsatz. 

Die Schrauben mit Bohrspitze gibt es in diversen Ausführungskombinationen zu entdecken:

  • Metrisches Gewinde
  • Zoll-Gewinde
  • Diverse Antriebe
  • Verschiedene Kopfformen

Als Antrieb der Schraube wird der Ansatzpunkt für das Werkzeug, den Bit, benannt. Die bekanntesten Formen sind der Schlitz-Antrieb (schlecht bei der Verwendung mit elektrischen Schraubgeräten, da die Zentrierung fehlt und die Schraube beim Eindrehen taumelt) und der Kreuzschlitz-Antrieb. Des Weiteren gibt es unter anderem den Innensechskant, den Außensechskant, den Innenstern TX (oder Torx) oder auch den Vierkant-Antrieb.   

fischer Powerfull mit Bohrspitze und TX-Antrieb. Die Bohrspitze ermöglicht eine Verschraubung ohne Vorbohren und gibt beim Eindrehen Führung.

Spezialschrauben

Insbesondere in der Industrie und im Fachhandwerk kommen Spezialschrauben zum Einsatz. Diese sind auf die Besonderheiten von diversen Werkstücken oder Konstruktionen optimiert. Ob eine sehr hohe Zuglast zu tragen ist oder die Schraube innerhalb einer Konstruktion nur schwer zu erreichen ist – mit der richtigen Spezialschraube ist die beste Lösung schnell gefunden.  

Es ist möglich, sich Schrauben nach Maß fertigen zu lassen. Ein Vorgehen, das in erster Linie bei Großprojekten Anwendung findet. Für den Privatbereich oder den Einsatz in kleinen wie mittelständischen Unternehmen sind die Kosten für Maßanfertigungen zu hoch. Daher gibt es einige Spezialschrauben, die in Standardform angeboten werden. 

Justierschrauben

Justierschrauben kommen in Verbindung mit Holzbauteilen zum Einsatz. Unterhalb des Schraubkopfes befinden sich gewindelose Rillen. Wird eine Justierschraube eingedreht, verhaken sich diese Rillen in das anzubringende Werkstück. Dies bietet einen guten Halt im anzubringenden Werkstück. Selbst wenn die Schraube dann zur Justierung gegen den Uhrzeigersinn etwas herausgedreht  wird, bleibt die Verbindung dank der Justierrillen stabil. 

Ein weiterer Vorteil von Justierschrauben ist das selbst schneidende Gewinde. Es ist nicht erforderlich, aufwendig vorzubohren.   

Stockschrauben

Die Stockschraube weist an einem Ende ein Holzgewinde auf. Das andere Ende ist mit einem metrischen Gewinde versehen. Die Stockschraube wird unter anderem dazu verwendet, ein Werkstück mit einer Mutter an Naturstein, Holz oder auch Beton zu sichern. 

Schlüsselschrauben

Auch die Schlüsselschrauben fallen in den Bereich der Spezialschrauben. Es handelt sich um Schrauben, die sowohl mit einem Schraubenschlüssel, als auch einen Steckschlüssel befestigt werden können. Die Schlüsselschrauben entsprechen der DIN 571 und sind auch unter anderen Namen in Gebrauch: 

 
  • Sechskantholzschrauben
  • Eternitschrauben
  • Wiener Schrauben

Das Gewinde einer Schlüsselschraube beginnt nicht direkt unterhalb des Schraubkopfes. Dort befindet sich ein glatter Schaft. Das Teilgewinde sorgt dafür, dass zwischen den zu verbindenden Bauteilen ein hoher Druck entsteht. Werden zum Beispiel zwei Bretter aneinandergeschraubt, wird das untere Holzbauteil sicher an das obere herangezogen.  

Die Schlüsselschraube ist eine klassische Holzschraube. Der Sechskant Schraubenkopf erleichtert das Nachziehen. Die Schrauben sind auch aus Edelstahl erhältlich.  Bei korrektem Einsatz müssen Schlüsselschrauben im Holz immer zweistufig vorgebohrt werden. 

Sie erhalten die Schlüsselschrauben unter anderem aus verzinktem und feuerverzinktem Stahl.  

Sicherheitsschrauben

Die Schrauben unterscheiden sich somit in erster Linie durch ihren speziellen Antrieb von handelsüblichen Schrauben. Sie können die passenden Bits im Baumarkt nachkaufen, sollte es notwendig sein, eine Spezialschraube zu öffnen. Die häufigsten Schraubenantriebe für Spezialschrauben sind die folgenden:

  • Innensechskant mit Stift
  • Torx mit Stift
  • Innen-Vielzahl
  • Einweg-Schlitz
  • Tri-Wing
  • Torq-Set
  • Pentalob
  • Spanner (Zweilochantrieb)
  • Bristol

Eine Einwegschraube lässt sich mit einem normalen Werkzeug nicht lösen. Die Antriebflanken sind im Rücklauf abgeflacht und bieten keine Auflagefläche für ein Werkzeug. Sollte es doch notwendig sein, eine Demontage vorzunehmen, gibt es Spezialwerkzeuge wie einen linksdrehenden Schraubendreher. 

Spezialschrauben kommen immer dann zum Einsatz, wenn das Lösen der Schraubverbindung möglichst verhindert werden soll. Ein klassisches Beispiel sind Fahrzeuge im öffentlichen Verkehr. Unternehmen, die Elektrogeräte herstellen, setzen zunehmend auf die Spezialschrauben, um zu verhindern, dass Kunden gefährliche Reparaturen selber vornehmen. Kinderspielzeuge, die im Inneren potenziell gefährliche Bauteile nutzen, verwenden ebenfalls Spezialschrauben. 

Abhängig von der Art der Sicherheitsschraube erhalten Sie die Modelle mit Linsenkopf, Flachkopf oder auch Senkkopf.  

Selbstschneidende Schrauben

Eine selbstschneidende Schraube kann ihr eigenes Gewinde in einen Werkstoff schneiden. Diese Art der Schrauben wird in vielen Bereichen verwendet, da sie sich für die Bearbeitung von Holz, Metall und Kunststoff eignet. 

Die Schrauben werden in zwei Varianten geboten: Gewindeschneidende Schrauben und gewindeformende bzw. gewindefurchende Schrauben. Die gewindeformende Schraube ist mit einem stumpfen Ende versehen. Eine gewindeschneidende Schraube weist ein spitzes Ende auf. Entsprechend werden beide Arten unterschiedlich verarbeitet.  

Um eine gewindeformende Schraube in einen Werkstoff einzulassen, ist eine Vorbohrung notwendig. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Bohrschraube in Metallblechen zum Einsatz kommt. Auf sehr dünnem Blech können Sie mit einem Ankörner die Bohrstelle markieren, dies erleichtert das Einbohren in das Werkstück. Für dickere Bleche und Stahl ist es jedoch unumgänglich, eine ordentliche Vorbohrung vorzunehmen. Wählen Sie für eine Vorbohrung immer einen Aufsatz, der ca. 2 mm kleiner ist als die Schraube. Allerdings ist bei kleineren oder größeren Durchmessern auf genaue Vorgaben für den Durchmesser zum Vorbohren zu achten. 

Eine gewindeschneidende oder auch selbstschneidende Schraube mit Spitze wird ohne Vorbohren in das Werkstück eingedreht. Sehr beliebt sind diese Schrauben im Holz- und im Möbelbau. Sie lassen sich leicht und schnell in ganz unterschiedlichen Materialien einbringen. Gleichzeitig ist eine Demontage jeder Zeit möglich.  

 

Schraubenkopf: wann welchen wählen?

Nicht nur das Gewinde spielt für die Wahl der richtigen Schraube eine Rolle. Auch der Schraubenkopf muss beachtet werden. Grundsätzlich ist es natürlich relevant, dass Sie das passende Werkzeug für den Schraubenkopf und den Schraubenantrieb zur Hand haben. Darüber hinaus eignen sich aber die unterschiedlichen Köpfe für bestimmte Bereiche mehr oder weniger gut.  

Klassische Schrauben für den Hausgebrauch haben einen Flachkopf mit einem Schlitz- oder Kreuzantrieb. Wobei die Schlitzschrauben immer mehr an Bedeutung verlieren, da die mangelnde Zentrierung des Schraubenbits beim Eindrehen oft für leichte Verletzungen oder zumindest Ärger sorgen können. Für beide Schrauben hat jedoch nahezu jeder das passende Werkzeug. Einfache Schraubverbindungen zwischen Werkstücken oder für die Wandbefestigung lassen sich damit leicht umsetzen. Für eine gute Lastübertragung in massive oder Trockenbau- Wände sind hier übrigens auch die passenden Dübel relevant. Finden Sie alle wichtigen Informationen rund um das Thema Dübel in unserem großen Dübelratgeber (Link zum Dübelratgeber). 

Im Folgenden eine Übersicht der gängigsten Schraubenköpfe und Schraubenantriebe sowie den jeweils relevanten Einsatzbereichen. 


Schrauben-Antrieb/ Schraubenprofil

Der Schraubenantrieb bzw. das Schraubenprofil benennen den Ansatz am Schraubenkopf, der in das Werkzeug (Bit und dann Bithalter) gesteckt wird. In der Regel dient als Einschraubwerkzeug ein manueller oder elektrischer Schraubendreher. Heutzutage ist es meist ein Akkuschrauber.  

Es gibt weit über 100 unterschiedliche Schraubenantriebe. Viele davon kommen in der Industrie oder im Hausbau zum Einsatz. Andere sind länderspezifisch und finden somit regional eingegrenzt am häufigsten Anwendung. Global gesehen sind der Schlitz-, der Kreuzschlitz- (Philips) und der Pozidrive-Antrieb (Kreuzschlitz) besonders weit verbreitet. Auch der Innenstern TX- Antrieb oder auch Torx genannt, sind sehr gängig. 

Es gibt viele Schraubenantriebe als Innenantrieb und Außenantrieb. So wird etwa eine 3-Kant-Nuss über einen dreieckigen Antrieb gesetzt und der 3-Kant-Bit in einen dreieckigen Antrieb eingesteckt. Bei der Wahl der Schrauben also unbedingt darauf achten, welches Werkzeug Sie zur Verfügung haben. Eine umfassende Werkzeugausstattung enthält im Idealfall die jeweiligen Bits und Nüsse. 

Kreuzschlitz, Philips und Pozidrive

Eines der ältesten und auch bekanntesten Schraubenmodelle ist die Kreuzschlitzschraube. In privaten Haushalten ist es der am häufigsten verwendete Schraubenantrieb. Vor der Einführung war der einfache Schlitzantrieb die einzig verfügbare Schraubenart. Der Kreuzschlitz war eine Weiterentwicklung dieser Grundform. Eine leichtere Kraftübertragung konnte die Anwender schnell überzeugen.  

Etwa 1920 wurde dann der Philips-Antrieb auf den Markt gebracht. Im Grunde handelt es sich auch hier um einen Kreuzschlitzantrieb, allerdings wurde das Drehmoment erheblich optimiert. Darüber hinaus erlaubt die Bauart des Antriebs eine automatische Zentrierung der Schrauben. Eine weitere Verbesserung hat schließlich zum Pozidrive-Antrieb geführt. Die sehr gute Kraftübertragung dieses Modells erleichtert das Arbeiten enorm. Für Verschraubungen mit normalen Anforderungen sind die Pozidrive-Schrauben im Privathaushalt die beste Wahl. 

Torx – der Antrieb für die Profis

Die Bezeichnung Torx ist als Marke eingetragen und darf daher nur für Produkte mit Zustimmung des Markeninhabers verwendet werden. Alternativ wird beispielsweise die Bezeichnung Innenstern TX verwendet. Daneben gibt es No-Name-Versionen von Schrauben und Bits auf dem Markt, die aber alle den gleichen, normierten Antrieb bezeichnen. Der Torx-Antrieb ist vor allem im professionellen Handwerk sehr beliebt. Es handelt sich um eine Optimierung von Pozidrive und Co. Der sternförmige Antrieb bietet eine Reihe von Vorteilen bei der Verarbeitung: 

  • Hohe Kraftübertragung
  • Stabile Zentrierung
  • Kein Wegrutschen
  • Kein Rückdrehen

Sechskant – der robuste Klassiker

Bei einer Sechskantschraube ist der Schraubenkopf gleichzeitig der Antrieb. Der große Vorteil dieses Antriebs liegt darin, dass die Schraube von allen Seiten gegriffen werden kann. Somit eignet sie sich auch für die Montage an schwer zugänglichen Stellen.  

Die Sechskant-Schrauben kommen heute zunehmend auch als dekorative Elemente im Möbelbau zum Einsatz.  
Die unterschiedlichen Schraubenantriebsarten.

Schraubenkopfformen

Die Wahl des passenden Schraubenkopfes bestimmt über die Funktionalität und die Optik. Die Auswahl ist umfangreich, und die einzelnen Köpfe haben ganz unterschiedliche Vorteile wie Nachteile zu bieten:

  • Flachrundkopf (z.B. bei Schlossschrauben): Dieser Schraubenkopf hat keinen separaten Antrieb, und die Schraube wird mittels Durchstecken und einer Mutter befestigt. Ideal, um besonders sichere Schraubverbindungen zu schaffen, zum Beispiel an einem Spielgerät.
  • Linsensenkkopf oder Pilzkopf: Dieser Schraubkopf ist ein wahrer Klassiker. Der Senkteil des Kopfes wird im Anbauteil versenkt und die obere Hälfte der „Linsen“- Form steht über das Anbauteil über. Diese Kopfform wird häufig wegen der Optik gewählt. Der abgerundete Kopf verringert darüber hinaus eine mögliche Verletzungsgefahr.
  • Pan-Head oder Halbrundkopf: Dieser Kopf hat eine flache Unterkopfform und wir überhaupt nicht im Anbauteil versenkt. Er ragt in voller Kopfhöhe über das Anbauteil hinaus. Diese Kopfform kommt fast immer in Verbindung mit Metallblechen oder Kunststoffanbauteilen zum Einsatz. Praktisch nie, bei Anbauteilen aus Holz.
  • Senkkopf: Die Schrauben mit Senkkopf kommen in allen Formen zum Einsatz. Holzschrauben, Metallschrauben oder Spezialschrauben nutzen diese Ausführung. Der Vorteil ist, dass sich der Kopf oberflächenbündig in das Material versenken lässt. Außerdem wird der Senkkopf mit allen gängigen Antrieben von Innensechskant bis Kreuzschlitz angeboten.
  • Tellerkopf: Eine Holzschraube ist häufig mit einem Tellerkopf versehen. Sie müssen für diese Schrauben keine Unterlegscheiben verwenden, um eine gleichmäßige Kraftübertragung zu sichern. Die Tellerköpfe sind optisch ansprechend und werden auch deswegen gern in Holzkonstruktionen verwendet. Durch den vergrößerten Kopfdurchmesser können die Schrauben in Holz höhere Lasten als z.B. Senkkopfschrauben übertragen, da der Widerstand gegen Kopfdurchziehen deutlich erhöht ist.
  • Zylinderkopf: Zylinderkopfschrauben sind im Metallbau weit verbreitet. Sie lassen sich von der Seite und von oben verwenden. Ideal, um auch im industriellen Umfeld Leistungen bestmöglich zu bringen.

Schraubenlänge

Um Werkstücke sicher miteinander zu verbinden, muss die Schraube die passende Länge aufweisen. Ist sie zu kurz, wird kein sicherer Halt geboten. Ist sie zu lang, ragt sie aus dem Werkstück hinaus. Abhängig von der Kopfform der Schraube, wird die Länge dabei jeweils leicht anders bemessen. 

Eine Schraube mit Senkkopf wird in der gesamten Länge bemessen – also vom Kopfanfang bis zur Spitze. Eine Schraube mit einem aufliegenden Kopf, zum Beispiel einem Pan-Head- oder Tellerkopf, wird von der Unterseite des Kopfes bis zur Spitze bemessen. Beachten Sie beim Kauf nicht nur die Dicke des Werkstücks, sondern auch, ob Sie mit einem Dübel, einer Unterlegscheibe oder einer Mutter arbeiten. Es gibt darüber hinaus viele Kombinationen aus Länge und Durchmesser der Schrauben.  

Schraubendurchmesser

Der Schraubendurchmesser wird am Gewinde gemessen. Der Wert gibt den breitesten Gewindedurchmesser der Schraube an. Der Durchmesser der Schraube ist in vielen Bereichen relevant. Ist eine Vorbohrung wichtig, können Sie anhand des Schraubendurchmessers die richtige Größe für den Bohrer wählen. 

Insbesondere bei Holzschrauben kann ein falsch gewählter Durchmesser Probleme verursachen. Ist die Schraube zu dick, dann ist die Spaltgefahr im Holz zu hoch. Daher generell bei breiteren Schrauben im Holz immer vorbohren, auch wenn das Gewinde selbstschneidend ist, außer, der Randabstand und die Holzdicke und -Breite sind groß genug. 

 

Das Schraubenmaterial

Das Angebot für verschieden Schraubenmaterialien wächst stetig. Es gibt sogar Mischarten, die mehrere Materialien verwenden. Da in der Regel aber bestimmte Voraussetzungen wie die Zugfestigkeit oder der Korrosionsschutz eine Rolle spielen, kommen einige Materialien besonders häufig zum Einsatz: 

  • Edelstahl
  • Stahl (oft gehärtet) und meist galvanisch verzinkt und passiviert oder feuerverzinkt
  • Kunststoff
  • Aluminium
  • Messing

Edelstahlschrauben und Schrauben aus Stahl bieten eine hohe Festigkeit. Edelstahlschrauben sind extrem witterungsbeständig. Darüber hinaus sind sie günstig in der Fertigung. Messingschrauben sind schön anzuschauen und bieten noch einen besseren Korrosionsschutz als z.B. verzinkte Stahlschrauben. Stahlschrauben und andere Metallschrauben kommen im privaten wie industriellen Umfeld zum Einsatz. 

Kunststoffschrauben sind häufig mit der Kennzeichnung PA versehen: Polyamid. Diese Schrauben sind leicht und günstig in der Produktion. Außerdem weisen sie eine hohe Flexibilität auf. Leider sind sie nicht besonders temperaturbeständig und wenig tragfähig.  

Welche Schraube für welches Material?

Sie haben die Wahl zwischen Holzschrauben, Metallschrauben und auch Universalschrauben. Darüber hinaus gibt es innerhalb der Schraubenarten spezielle Ausführungen, die für konkrete Einsätze optimiert sind. Vom Gewinde über das Material bis hin zum Antrieb sind diese Schrauben auf die individuellen Gegebenheiten der einzelnen Werkstücke angepasst. Auch die Festigkeitsklasse spielt eine Rolle. Eine Metallschraube wird beim Verarbeiten größerer Belastung ausgesetzt als etwa eine Holzschraube. Im Folgenden die Besonderheiten einiger Schraubenarten für bestimmte Materialien. 
 

Schrauben für Gipsfaserplatten

Gipsfaserplatten, auch bekannt als Fermacell-Platten, kommen im Trockenbau immer dann zum Einsatz, wenn die Konstruktion hohen Ansprüchen gerecht werden muss. So eignen sich die stabilen Platten gut für hohe Schublasten und bei Brandbeanspruchung. Im Vergleich zur Gipskartonplatte sind die Gipsfaserplatten schwerer und gleichzeitig wesentlich belastbarer. 

Die Befestigung an einer Unterkonstruktion ist mit ein wenig Aufwand verbunden. Insbesondere die Wahl der passenden Schrauben ist wichtig. Spezielle Trockenbauschrauben, die Fermacell- Schnellbauschrauben, haben eine selbstschneidende Spitze und werden ohne Vorbohren und ohne Dübel verwendet. Das Gewinde dieser Schrauben ist häufig ein Doppelgewinde in einer HiLo- Variante (ein Gewinde steht etwas mehr als das andere über den Kerndurchmesser der Schraube über). Die Schrauben werden lose und gegurtet (für ein schnelleres Einschrauben mit Magazinschraubern zum Einbringen vieler Schrauben in Serie) angeboten.

Schrauben für Gipskartonplatten

Die Gipskartonplatten, auch als Rigips-Platten bekannt, sind leicht und einfach zu verbauen. Sie sind außerdem sehr günstig in der Anschaffung. Die Rigipsplatte eignet sich für die schnelle Verkleidung von Wänden und Decken. Diese werden auch als Trockenbauwände bzw. - Decken bezeichnet. Für die Befestigung der Platten auf der Unterkonstruktion aus Metall oder Holz werden spezielle Schnellbauschrauben verwendet. In ein relativ weiches Material wie Holz lässt sich am besten die Schraube mit einem Grobgewinde einbringen. In Unterkonstruktionen aus Metall (bei Metallständerwänden) werden Trockenbauschrauben (oder auch Schnellbauschrauben) mit einem Feingewinde eingesetzt. In der Regel wird nicht vorgebohrt. Auch diese Schrauben werden lose oder gegurtet angeboten (für ein schnelleres Einschrauben mit Magazinschraubern zum Einbringen vieler Schrauben in Serie).  





Holzschrauben

Das Gewinde einer Holzschraube ist dafür optimiert, sich leicht in Hölzer alle Art eindrehen zu lassen. Es übt eine geringe Spaltkraft aus, was insbesondere bei geringen Randabständen und für dünne Holzplatten sowie bei härteren Holzarten von Vorteil ist. Ist die Schraube nicht mit einem selbstschneidenden Gewinde ausgestattet, sollten Sie das Material immer vorbohren (z.B. bei Schlüsselschrauben nach DIN 571). Verbinden Sie verschiedene Materialien miteinander, zum Beispiel Stahl und Holz, ist es außerdem wichtig, auf die Art des Schraubkopfes zu achten. Liegt dieser auf dem Stahl auf und das Gewinde wird in das Holz geschraubt, ist ein Modell mit Senkkopf nicht so gut geeignet, da im Stahlanbauteil noch eine Versenkung vorgesehen werden muss. Ein aufliegender Teller- oder Sechskantkopf (letzterer auch mit angeformter U-Scheibe), wie auch bei einer normalen Metallschraube, ist dann die richtige Wahl. 

Schrauben für MDF

MDF-Platten sind mitteldichte Holzfaserplatten, die aus einer Mischung von Holz, Leim und Wasser gepresst werden. Die Platte weist keinen Faserverlauf auf. Die MDF-Platte niemals direkt verschrauben, sämtliche Löcher in der Platte besser vorbohren. Ohne diese Vorarbeit ist das Spaltrisiko für die Platte zu hoch.

Dicke MDF-Platten lassen sich mit einem Teilgewinde gut fixieren.

Spanplattenschrauben

Als Spanplattenschraube kann eine Universalschraube oder eine Holzschraube mit Senkkopf zum Einsatz kommen. Das Material muss nicht vorgebohrt werden. Die scharfe Spitze der Schraube für Spanplatten schneidet sich ohne großen Widerstand direkt in das Material.

Blechschrauben

Blechschrauben verfügen über einen Sechskantkopf, Linsensenkkopf oder einen Pan-Head- Kopf. Es gibt keine Modelle mit Senkkopf. Das Gewinde ist besonders gehärtet und in der Lage, sich ohne Vorbohrung in das Material einzudrehen. Die Blechschraube ist aus robustem Stahl oder Edelstahl gefertigt, und Sie erhalten unter anderem Modelle mit Kreuzschlitz-Antrieb oder Sechskant-Antrieb. Viele Blechschrauben haben auch eine Bohrspitze.

Schrauben in Beton

Möchten Sie Schrauben in Beton versenken, gibt es seit einiger Zeit eine beliebte Alternative zu Metallspreizdübel, Schwerlastdübel und Co. Eine Betonschraube wird ohne Dübel direkt in das Material eingedreht, ohne an Traglast einzubüßen. Das Gewinde der Schraube ist mit einer speziellen Verzahnung versehen, die im Bohrloch ein zusätzliches Innengewinde schneidet. Um die Betonschraube sicher zu verwenden, muss also lediglich eine Vorbohrung stattfinden. Anschließend wird die Betonschraube aus Stahl oder Edelstahl einfach mit einem Schlagschrauber (Tangentialschlagschrauber) oder in Ausnahmefällen von Hand festgezogen.

Schnellbauschrauben (Gipskarton- oder Gipsfaserplattenschrauben)

Schnellbauschrauben (oder auch Trockenbauschrauben) kommen vor allem im Trockenbau zum Einsatz. Es gibt Ausführungen mit oder ohne Bohrspitze. Die Bohrspitze eignet sich v.a. für die Verwendung auf Metallunterkonstruktionen ohne dort vorbohren zu müssen. Sie erhalten Schrauben mit Feingewinde (für Metallunterkonstruktionen) und Grobgewinde (auf Holzunterkonstruktionen). Darüber sind viele Modelle als Magazinschrauben erhältlich. Schrauben mit Doppel- oder HiLo- Gewinde (ein Gewindegang steht etwas mehr als das andere über den Kerndurchmesser der Schraube über) sind idealerweise für eine gute Verarbeitung und Tragfähigkeit in Gipsfaserplatten (Fermacell- Platten) geeignet.

Welche Schrauben eignen sich für Dübel?

Möchten Sie Dübel verwenden, müssen Schrauben und Dübel aufeinander abgestimmt sein. Es gibt zwar die Möglichkeit, Schrauben-Dübel-Paare fertig zu kaufen, häufig lassen sich die beiden Gegenstücke jedoch auch leicht selbst zusammenstellen. Die Wahl des Dübels wird dadurchbestimmt, ob Sie an einer Wand oder an einer Decke bohren bzw. befestigen. Auch das Material des Untergrunds ist wichtig. Für Porenbeton benötigen Sie z.B. einen anderen Dübel als in Beton. Grundsätzlich erhalten Sie für die Kombination mit Schrauben Universaldübel, Spezialdübel und Hohlraumdübel.

Sie erhalten die korrekte Schraubenlänge, indem Sie die Dübellänge, die zu befestigende Werkstückdicke und den Schraubendurchmesser addieren. Auch der passende Durchmesser der Schraube lässt sich leicht bestimmen:

  • 6er-Dübel Ø6 mm – Bohrer 6 mm für das Loch – Schraubendurchmesser: 4-5 mm
  • 8er-Dübel Ø8 mm – Bohrer 8 mm für das Loch – Schraubendurchmesser 4,5-6 mm
  • 10er-Dübel Ø10 mm – Bohrer 10 mm für das Loch – Schraubendurchmesser 6-8 mm
 

Wie viele Schrauben werden benötigt?

Sie planen ein Bauprojekt und möchten alle Materialien rechtzeitig bestellen? Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick darüber, welche Anzahl von Schrauben Sie für diverse Verbindungsprobleme benötigen.

Wie viele Schrauben pro Terrassendiele?

Um eine Terrassendiele sicher zu verschrauben, kommen in der Regel zwei Schrauben pro Diele und Kreuzungspunkt mit der Unterkonstruktion zum Einsatz. Bei besonders langen Dielen richtet sich die Anzahl aber auch nach Anzahl der unterliegenden Konstruktionsbalken. Die Abstände der Balken in der Unterkonstruktion müssen also so ausgelegt sein, dass die Durchbiegung der Terrassendielen nicht zu groß wird und die Tragfähigkeit der Terrassendielen gegeben ist.

Wie viele Schrauben pro OSB-Platte?

Sie erhalten die OSB-Platten im Standardmaß 2500 mm x 625 mm oder 2500 x 1250 mm. Darüber hinaus gibt es die Platten in unterschiedlichen Stärken. Sie lassen sich leicht verlegen und eignen sich unter anderem sehr gut als Dampfsperre. Werden die Platten auf eine Unterkonstruktion geschraubt, sollten die Achsabstände zwischen den Balken oder Ständern nicht mehr als 62,5 cm betragen. Manche Platten (sogenannte Verlegeplatten) haben umlaufend eine Nut und Feder. Wenn die Platten keine statische tragende Funktion für die Standsicherheit des Gebäudes haben, kann man einen pauschalen Schraubenabstand von 10 – 15 cm auf jeder linienförmigen Kreuzung mit Balken oder Ständern der Unterkonstruktion vorsehen. 

Wie viele Schrauben pro m2 Gipskartonplatte?

Um einen sicheren Halt für Gipskartonplatten zu garantieren, sollte der Abstand zwischen den Schrauben 25 cm nicht übersteigen. Je nachdem, wie die Unterkonstruktion aufgebaut ist, kommen also mehr oder weniger Schrauben zum Einsatz. Zur Plattenkante sollte der Abstand rund 15 mm betragen. Generell gilt, lieber zu viele Schrauben verwenden als zu wenige. Insbesondere für die Befestigung von Platten an der Decke und bei dünnen Platten.  

Schrauben- Festigkeitsklassen

Die Festigkeitsklasse einer Schraube wird bei metrischen Schrauben aus gehärtetem Stahl durch eine Zahlenkombination von zwei Werten angegeben. Die zwei Nummern werden dabei einfach durch einen Punkt voneinander getrennt. Die erste Zahl benennt den Indexwert der Zugfestigkeit / 100. Die zweite Zahl benennt den Indexwert der Steckgrenze als Verhältniswert der Streckgrenze zur Zugfestigkeit:

  • Zugfestigkeit: Welche maximale Zugkraft kann das Schraubenmaterial ohne Bruch übertragen? Hierbei kann sich die Schraube bleibend verformen (verlängern) Die Einheit ist N/mm².
  • Steckgrenze: Benennt die Spannung in der Schraube (Einheit N/mm²), bis zu welcher diese sich elastisch verhält, d.h. nach der Belastung nimmt sie wieder ihre ursprüngliche Länge an.

Kaputte Schrauben lösen

Ist der Schraubenantrieb verschlissen, ist es nicht einfach, eine Schraube zu lösen. Mit ein paar einfachen Tricks können Sie aber auch festsitzende Schrauben demontieren:

  • Leicht herausstehende Schrauben mit einer Greifzange entfernen
  • Schraubendreher mit einem Einmachgummi in den verschlissenen Antrieb (v.a. bei Kreuzschlitz) setzen
  • Leichter Verschleiß lässt sich mit einem Schlagschrauber und dem passenden Bit ausmerzen
  • Mit einem speziellen Schraubenausdreher-Set ein gegenläufiges Gewinde in den Schraubenkopf schneiden


Schrauben ohne Vorbohren?

Ob das Schrauben ohne Vorbohren möglich ist, hängt von vielen Faktoren ab. Unter anderem eignet sich nicht jedes Gewinde dazu. Ist eine Holzschraube nicht mit einem selbst schneidenden Gewinde ausgestattet, kommen Sie um das Vorbohren nicht herum. Insbesondere dann, wenn das Holz recht dünn ist und Sie randnah mit einer dickeren Schraube arbeiten. Die Spaltgefahr ist sonst zu hoch. 

In Beton muss immer vorgebohrt werden, in Metall muss fast immer vorgebohrt werden. Lediglich dünnes Blech und Kunststoff können sehr gut mit den passenden Spezialschrauben auch ohne Vorbohrung bearbeitet werden. Werden Schrauben mit Bohrspitze eingesetzt, dann kann auch in etwas dickeres Blech noch ohne vorzubohren eingeschraubt werden. 

Schrauben entrosten

Ist es zur Rostbildung an einer Schraube gekommen, gibt es diverse Wege, den Rost zu lösen. Besonders einfach sind spezielle Rostumwandler. Diese chemischen Mittel stehen als Gel, Paste oder Sprühmittel zur Verfügung. Abhängig davon, wie schwer der Rostbefall ist, eignen sich die chemischen Entroster sehr gut für große und kleine Flächen. Ist eine kleine Schraube aus Metall mit Rost befallen, kann oft ein altes Hausmittel helfen: einfach die Oberfläche mit Essig oder auch Zitronensäure bearbeiten. 

Um möglichst ohne viel Arbeitsaufwand große Mengen Rost zu lösen, ist die Elektrolyse eine gute Methode. Dazu einen Plastikeimer mit Wasser füllen und pro Liter vier Esslöffel Natron zufügen. Als Anode ein Stück Stahl verwenden. Für die Opferanode ein magnetisches Materialstück verwenden, das sich im Wasser befindet. Den positiven Pol eines Ladegerätes an die Opferanode anschließen. Den anderen Pol an eine rostfreie Stelle des zu bearbeitenden Metallstücks anschließen und es im Wasser versenken. Es kann bis zu 24 Stunden dauern, bis der Rost komplett gelöst ist.

fe80::207b:2cac:f52e:7ce6%5